Fellpflege Katzen

Was dem Menschen sein Haupthaar, ist für Kater und Katze deren Fell. Kein Wunder: So wie bei uns Zweibeinern bildet die Haut auch für unsere vierbeinigen Freunde das größte Körperorgan. Und das will gepflegt werden – besonders bei so vielen Haaren (außer Nacktkatzen).

Bei dem angeborenen Reinlichkeitsempfinden von Katzen verwundert es nicht, dass sie sich der Fellpflege täglich ausgiebig und hingebungsvoll widmen. So produzieren – und verlieren – sie ihre Haare aber auch sehr viel schneller als wir Menschen.

Die Pflege des Fells hat daher in mehrerer Hinsicht oberste Priorität. Je nach Rasse und Felltyp bist dabei auch du als Katzenhalter gefragt – dein Tier wird es dir danken!

Darum brauchen Katzen zusätzliche Fellpflege

Praktisch für den Menschen

Den Großteil der Fellpflege übernehmen Katzen tatsächlich selbst. Trotz des natürlich ausgeprägten Sauberkeits- und Pflegebedürfnisses bedarf es aber durchaus auch einer helfenden Hand von außen.

Umso wichtiger, sich hier umfassend zu informieren zum warum, wie, womit. Ein naheliegendes Argument für den Menschen, bei der Fellpflege regelmäßig und aktiv mitzuhelfen: Katzenhaare verteilen sich sonst umgehend auf Teppichen, Bett, Kleidung … die Flusen lassen sich schnell und hartnäckig überall nieder.

Damit hast du es im Alltag wesentlich einfacher, um Katzenhaare vom Sofa oder der Kleidung zu entfernen.

In Kombination mit einer Waschmaschine, die effektiv Katzenhaare von der Kleidung und Textilien entfernt und einer vernünftigen Tierhaarentfernerbürste bist du dann schon super ausgerüstet.

Gesund für das Tier

Katzen Fellpflege bei Hauskatze und Freigaenger

Neben dem Deckhaar besitzen Katzen auch eine Schicht mit weicher, fein-fluffiger Unterwolle – beide Lagen unterscheiden sich je nach Rasse in Länge, Dichte und Menge.

Fellpflege durch zusätzliches Bürsten und Kämmen hat vor allem für den Stubentiger selbst einige positive Effekte:

  • Reduzierung unverdaulicher Haarballen (sonst Belastung des Magen-Darm-Traktes)
  • Das Bürsten regt die Durchblutung der Haut an (Beschleunigung des Fellwechsels)
  • Gestärkte Bindung zwischen Mensch und Tier (falls deine Katze sich gerne bürsten lässt)

Wichtig bei Wohnungskatzen

Wenn sich deine Katze bzw. dein Kater ausschließlich drinnen aufhält, ist es besonders wichtig, dass du dich aktiv um die Fellpflege kümmerst.

Wo unsere felinen Freunde in freier Wildbahn einen Teil ihres Fells an Baumstämmen, Gräsern oder Mauerecken abstreifen, fällt diese natürliche Hilfe bei reinen Wohnungskatzen weg.

Durch häufigeres Sauberlecken geraten somit sehr viel mehr Haare in Magen und Darm. Dabei halten die winzigen Widerhaken auf der Katzenzunge lose Haare automatisch fest, diese werden dann verschluckt.

Die Folge: das Erbrechen der angesammelten Haarballen. Ernster wird es bei deutlich zu vielen Haaren – diese können zu einem Magen-Darm-Verschluss führen, dann hilft oft nur noch eine OP.

Unerlässlich bei Freigängern

Was das fehlende „Schubbern“ für Stubentiger, ist für Katzen mit Freigang die unerwünschte Berührung mit ungebetenen Einflüssen von draußen – so z. B. diverse Pflanzenteile oder Parasiten, die sich im Fell verfangen können.

Je nach Länge und Dichte des Fells sind diese nicht nur schlecht erkennbar, sondern können von der Katze meist kaum oder nicht selbst entfernt werden. Da hilft oft nur ein spezieller Kamm oder eine Bürste.

Interessant: Flöhe können beispielsweise gleichermaßen Freigänger als auch Hauskatzen befallen.

Felltypen bei Katzen

Ohne Frage ist es weniger aufwendig, das Fell eines Kurzhaars zu pflegen als das Haarvolumen bei einer Langhaar-Rasse. Wie beim Menschen gibt es aber auch bei Katzen individuelle Unterschiede bei Struktur, Dichte und Anzahl der Haare – egal, ob kurz oder lang.

Kurzes & anliegendes Katzenfell

Klingt logisch: Je kürzer die Haare, desto weniger Volumen, dementsprechend weniger Arbeit. Das mag auf manche Kurzhaarkatzen zutreffen, dennoch gilt – regelmäßiges Bürsten sollte immer drin sein … zum Wohl von Mensch und (vor allem) Tier. Ein- bis zweimal die Woche darf hier gerne gestriegelt werden.

Langes & flauschiges Katzenfell

Empfehlungen gibt es viele – eine Faustregel, auf die man bei Langhaarkatzen immer wieder trifft: Mindestens einmal am Tag bürsten bzw. kämmen.

Unser Tipp: Gönne deinem Stubentiger regelmäßig eine Bürst-Einheit – so vermeidest du mögliche Verfilzungen (je verfilzter, desto schmerzhafter die Entwirrung) und erkennst z. B. auch mögliche Verletzungen oder sonstige Veränderungen sehr viel schneller durch das regelmäßige genaue Betrachten von Fell und Körper des Tieres.

Fellwechsel bei Katzen

Der Fellwechsel hängt vor allem von zwei Faktoren ab: die sich saisonal verändernde Tageslichtlänge und die damit einhergehenden Temperaturschwankungen. Der Begriff „Winter- und Sommerfell“ ist daher gar nicht so falsch – „saisonales Fell“ trifft es fast noch besser. Besonders im Frühjahr verlieren Katzen häufig viele Haare … dabei entledigen sie sich des wärmenden und somit üppigeren Fells der kälteren Monate. Aber auch über das Jahr verteilt können phasenweise vermehrt Haare fliegen und fallen – dies passiert z. B. bei längeren Hitzeperioden.

Unser Tipp: Gönne deiner Katze während der Zeit des Fellwechsels besonders regelmäßig Fellpflegeeinheiten – Kurzhaarkatzen dürfen dann alle zwei Tage gestriegelt werden, Langhaarkatzen am besten (wie auch sonst) täglich.

Gesundes vs. ungepflegtes Katzenfell

Woran du bemerkst, dass das Fell deiner Katze nicht gepflegt genug ist? Sofort auffällig bspw. bei Freigängern: Verkrustungen oder Verfilzungen durch Pflanzen- oder Erdreste, Kletten, Parasiten o. Ä. So viel zur Einwirkung von außen … aber was ist mit der Fellbeschaffenheit selbst?

Das angeborene und im Normalfall intensiv ausgprägte Reinlichkeitsbedürfnis von Katzen führt eigentlich dazu, dass sie ihr Fell durch regelmäßiges Putzen (Lecken) selbt äußerst sauber und somit geschmeidig und glänzend halten.

Sobald du bemerkst, dass dein Stubentiger auffallend weniger Zeit der Fellpflege widmet und das Fell stumpf (weniger glänzend) aussieht, solltest du genauer hinschauen.

Gründe hierfür können von mangelhafter Ernährung (minderwertiges Futter) bis hin zu einer Infektion/Verletzung oder Parasitenbefall reichen. Auch kreisrunder Haarausfall und entzündete Stellen sind eindeutige Zeichen dafür, lieber beim Tierarzt vorbeizuschauen.

Ernährung beeinflußt das Katzenfell

Ernährung für gesundes Katzenfell

Wie bei uns Menschen ist es auch für unsere vierbeinigen Freunde wichtig, was auf dem Teller kommt bzw. im Napf landet. Was eigentlich immer klar sein sollte – aber leider noch viel zu wenige Katzenbesitzer wissen (gilt für Hunde gleichermaßen): Futter ist nicht gleich Futter!

Katzen vertragen beispielsweise kein Getreide und dennoch sind viele Futterangebote nach wie vor voll davon. Beim Futterkauf – trocken und nass – daher immer die Liste mit den Inhaltsstoffen durchlesen, denn: Zucker, Getreide (auch Soja und Reis), Konservierungsstoffe und vor allem anderen „tierische Nebenerzeugnisse“ haben im Katzenfutter nichts verloren!

Gerade letztere weisen auf qualitativ sehr minderwertiges Futter hin, bei dem hauptsächlich Abfallreste der Fleischproduktion verwendet werden (z. B. Hufe, Zähne, Flügel, Knorpel).

Diese Inhaltsstoffe sind in keinster Weise nahrhaft oder der Gesundheit deines Tieres zuträglich, können im schlimmsten Fall sogar ernste Probleme bei der Verdauung/Stuhlgang und langfristig für den gesamten Organismus bereiten. Neben Organschäden und einem meist verringerten Energiehaushalt kann auch das Fell unter unausgewogener Nahrungsaufnahme bzw. Mangelernährung leiden.

Wichtig beim Füttern von Kater und Co.:

  • ein hoher tatsächlicher Fleischanteil (ist dann auch so deklariert, z. B. Innereien, Muskelfleisch)
  • ausreichend Feuchtigkeit (eigener Saft, Brühe)
  • ausreichend Eiweiß (gut für die Haut)
  • fettlösliche Vitamine & Mineralstoffe, z. B. Zink und Kupfer (nicht überdosieren!)
  • Omega-3- und Fettsäuren (v. a. in Fellwechselphasen)
  • insgesamt gut verträglich und sättigend

Je regelmäßiger du die Inhaltsstoffe auf Futter-Verpackungen studierst, desto schneller fallen dir die wichtigsten Nährstoffe ins Auge und du kannst abschätzen, welche Futtermarken bereits ausgewogen zubereitet sind.

Das gilt übrigens auch für Snacks und Leckerlis zwischendurch. In Einzelfällen, z. B. auf Empfehlung des Tierarztes, kann es zeitweise ratsam sein, zusätzlich zu regulären Fütterung weitere Nährstoffe hinzuzufügen.

 

Fellpflege konkret – wie & womit

Fellpflege bei Katzen - Richtig bürsten

Wie pflege ich das Fell am besten?

Je jünger deine Katze beim Heranführen an ein immer wiederkehrendes Fellpflegeritual ist, desto einfacher die Gewöhnung an ein regelmäßiges „Hegen und Pflegen“.

Wenn du dein Tier bereits im jungen Alter daran gewöhnen kannst – umso besser. Je entspannter die Atmoshäre (und du!), desto ruhiger wird auch deine Katze sein. Plane für das Kämmen von Langhaarkatzen am besten jeden Tag einige Minuten ein, für Kurzhaartiger reicht eine Pflegeeinheit alle paar Tage.

„Richtiges“ Bürsten:

  • Immer in Wuchsrichtung des Fells bürsten (viel angenehmer für das Tier)
  • An den Beinen beginnen, weiter zu Flanken und Rücken, der Bauch kommt zum Schluss
  • „Zu viel“ bürsten geht nicht – herausgekämmt werden nur lose und überflüssige Haare
  • Für Langhaarkatzen gilt: Erst das dichte Unterfell bürsten (dazu Deckfell anheben), danach das gesamt Fell durchkämmen
Welche Utensilien verwende ich?

Kamm und Bürste sind in jedem Fall deine ersten und wichtigsten Helfer. Dabei sollten die Pflegewerkzeuge nicht zu scharf sein, achte daher beim Kauf auf abgerundete Spitzen, die die Haut deines Haustieres schonen und dennoch die Durchblutung stimulieren.

Je nach Rasse und individueller Dichte und Länge des Fells gibt es hier diverse Kämme und Bürsten. Auch ein Fellpflegehandschuh kann sehr angenehm sein, da er am ehesten an das natürliche Streichelgefühl erinnert.

Soll ich meine Katze baden/duschen?

Wenn es nicht unbedingt sein muss – lass es lieber. Die meisten Stubentiger genießen Wasser tatsächlich am ehesten als überschaubares Rinnsal aus dem Wasserhahn oder als „stehendes Minigewässer“ (immer frisch!) im Wassernapf.

Alle anderen Formen wie Teiche, Badewannen, Schläuche oder sonstige größere Wassermengen sind ihnen meist äußerst suspekt und machen zum Teil sogar Angst. Wenn es doch mal nicht anders geht (z. B. verklebtes oder stinkendes Fell) dann greife zu sanften, medizinischen Shampoos und gehe so behutsam wie möglich vor.

 

Ich freue mich auf deine Tipps und Tricks zur Fellpflege deines Stubentigers: Wie pflegst du das Katzenfell und worauf achtest du besonders? Schreib mir das einfach in den Kommentaren ! Ich freu mich drauf. 🙂

Fellpflege für Katzen – Ernährung, Fellwechsel, Pflegeutensilien
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